Italienische Schokolade

Sonne auf der Haut, ein kräftiger Espresso und dazu ein Stück feiner Schokolade. Genau dieses Lebensgefühl spiegelt die italienische Schokolade wider. Die Auswahl in dieser Kategorie reicht von traditionellen Spezialitäten bis zu neuen Ansätzen und zeigt, wie vielfältig Genuss mit italienischer Schokolade sein kann.

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Wissen

Italienische Schokolade: warum die Haselnuss den Ton angibt

Italienische Schokolade unterscheidet sich von französischer oder belgischer vor allem durch eine Zutat: die Haselnuss. Als Kakao im 19. Jahrhundert teuer und zeitweise kaum zu bekommen war, streckten die Turiner Chocolatiers ihre Masse mit gemahlenen Nüssen aus dem Umland. Aus der Notlösung wurde Gianduia. Caffarel formte daraus kleine Barren und stellte sie 1865 im Turiner Karneval vor, benannt nach der Karnevalsfigur Gianduja. Es war die erste einzeln eingewickelte Schokolade der Welt.

In echtem Gianduia steckt bis heute die Tonda Gentile Trilobata aus den Hügeln um Cuneo, Asti und Alessandria. Sie trägt seit 1993 das Siegel Nocciola Piemonte IGP und war damit das erste piemontesische Produkt mit geschützter geografischer Angabe. Nach dem Rösten löst sich ihre Haut zu über 90 Prozent von selbst. Genau deshalb schmeckt gute Gianduia nussig und rund statt bitter oder holzig. Wie viele Sorten mit dieser Masse arbeiten, zeigt die Kategorie Gianduja Schokolade.

Vier Regionen, vier Handschriften

Italien hat keinen einheitlichen Schokoladenstil. Wer weiß, aus welcher Region eine Tafel kommt, weiß meist schon, wie sie schmeckt.

Region

Manufakturen in dieser Kategorie

Typisch dafür

Passt zu dir, wenn

Piemont (Turin, Cuneo, Fossano, None)

Caffarel, Venchi, La Perla di Torino, Antica Torroneria, Mandrile Melis, Domori

Gianduiotti, Cremini, Tartufi, Cuneesi

du Nuss und Schokolade zusammen magst

Toskana

Slitti

Tafeln mit hohem Kakaoanteil, dunkle Milchschokolade

du Tafeln vergleichen und verkosten willst

Emilia-Romagna (Bologna)

Majani

Trinkschokolade, geschichtete Cremini

du heiße Schokolade und Klassiker suchst

Südtirol

Karuna, Oberhöller, 5ifty8ight

Bean-to-Bar-Tafeln, Nusscremes

dich einzelne Kakao-Herkünfte interessieren

Der älteste Betrieb dieser Runde sitzt in Bologna: Majani stellt seit 1796 Schokolade her und ist damit der älteste noch produzierende Chocolatier Italiens. Von dort stammt auch der Cremino Fiat, mit dem Majani 1911 die Ausschreibung für die Einführung des Fiat Tipo 4 gewann. Die vier Schichten der Praline spielen auf den Modellnamen an.

Der jüngste Zweig liegt in Südtirol. Karuna verarbeitet Kakao aus Mexiko, Belize, Peru, Tansania und Indien direkt vor Ort zur Tafel, 5ifty8ight arbeitet in Meran nach demselben Prinzip. Alle Sorten aus dem Sortiment, die so entstehen, stehen unter Bean to Bar.

Gianduiotto, Cremino, Tartufo: was auf den Verpackungen steht

Die Beschriftungen sind italienisch und selten übersetzt. Diese sieben Begriffe decken fast alles ab, was in dieser Kategorie liegt.

Begriff

Was dahintersteckt

Gianduia

Masse aus Kakao, Zucker und fein gemahlenen Haselnüssen. Schmilzt weicher als reine Schokolade.

Gianduiotto

Der klassische Barren aus Gianduia, trapezförmig, einzeln in Folie gewickelt.

Cremino

Geschichtete Praline, meist Gianduia außen und eine Nuss-, Pistazien- oder Kaffeeschicht in der Mitte.

Tartufo

Handgerollte Trüffelpraline aus dem Piemont, außen in Kakao, Puderzucker oder Nussbruch gewälzt.

Cuneese

Zwei Baiserscheiben mit Cremefüllung, in dunkle Schokolade getaucht. Aus Cuneo, klassisch mit Rum.

Nocciolato

Tafel mit ganzen Haselnüssen.

Fondente, Latte, Bianco

Dunkel, Milch, weiß. Diese drei Wörter stehen auf jeder italienischen Tafel.

Wer die Trüffelvariante sucht, findet die gesamte Auswahl über alle Marken hinweg unter Tartufi. Den Gianduiotto in seiner Ursprungsform gibt es bei Caffarel, die Cremini in Pistazie und Espresso bei Venchi, das Turiner Haus, das seit 1878 produziert.

Tafel, Praline, Creme oder Trinkschokolade

Italienische Schokolade kommt selten als große Tafel daher. Ein Großteil des Sortiments besteht aus Einzelstücken, die man verschenkt oder gemischt kauft.

Du suchst

Darauf achten

Beispiele aus dem Sortiment

Tafel zum Verkosten

Kakaoanteil, Herkunft auf der Vorderseite

Slitti Gran Cacao von 70 % bis 100 %, Karuna Single Origins

Milchschokolade mit Charakter

Kakaoanteil über 35 %

Slitti Lattenero 35 %, 45 % und 51 %

Pralinen zum Verschenken

gemischte Boxen statt Einzelsorten

Tartufi-Boxen, Cuneesi, Gianduiotti

Aufstrich

Nussanteil, kein Palmöl

Haselnuss-, Pistazien- und Erdnusscremes

Trinkschokolade

Portionsbeutel oder Dose

Majani, Domori, Slitti

Die Spanne reicht von 30 Prozent Kakao in weißen und milchigen Sorten bis zu 100 Prozent ohne Zucker. Zwei Häuser lohnen den Vergleich: Slitti aus der Toskana hat mit der Lattenero-Reihe Milchschokolade mit ungewöhnlich hohem Kakaoanteil im Programm, während die Gran-Cacao-Tafeln desselben Hauses die dunkle Seite bis 100 Prozent abdecken. Andere Herkunftsländer im direkten Vergleich findest du unter Schokolade aus aller Welt.

FAQ

Häufige Fragen zu italienischer Schokolade

Was ist typisch für italienische Schokolade?

Die Kombination aus Schokolade und Nuss. Piemontesische Haselnüsse prägen Gianduia, Gianduiotti, Cremini und Tartufi, sizilianische Pistazien und Mandeln kommen dazu. Reine Kakaotafeln sind in Italien die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Tafel heißt cioccolato, das Getränk cioccolata. Eine Tafel ist eine tavoletta, eine Praline ein cioccolatino. Auf Verpackungen stehen außerdem fondente für dunkel, al latte für Milch und bianco für weiß.

Gianduja ist Schokolade mit Haselnussanteil und bleibt bei Zimmertemperatur fest. Nougat im deutschen Sprachgebrauch meint meist dieselbe Masse, weicher eingestellt und als Füllung verwendet. Nicht zu verwechseln mit französischem Nougat oder italienischem Torrone, beide bestehen aus Eiweiß, Zucker und ganzen Nüssen.

Zwölf Manufakturen aus vier Regionen: Caffarel, Venchi, La Perla di Torino, Antica Torroneria, Mandrile Melis und Domori aus dem Piemont, Slitti aus der Toskana, Majani aus Bologna, Karuna, Oberhöller und 5ifty8ight aus Südtirol sowie Virginia Amaretti. Supermarktmarken führt das Sortiment bewusst nicht.

Ja. Caffarel führt Tafeln und Einzelstücke in Milch und dunkel ohne Zuckerzusatz, Antica Torroneria zwei Tartufi-Sorten. Dazu kommen die 100-Prozent-Tafeln, die von Haus aus keinen Zucker enthalten. Die vollständige Auswahl über alle Herkunftsländer steht unter zuckerfreier Schokolade.